Jazz & Lyrik


Jazz & Lyrik

”Poesie ist in Musik verwandelte Sprache” schreibt Leroi Jones, da ”doch poetisch geformte Sprache und Musik auf eine gemeinsame Wurzel zurückgehen.” Wo orale Traditionen vorherrschend blieben, wurde die Trennung der beiden Künste denn auch nie vollzogen. Schon in den 30er Jahren bemerkte der französische Jazzhistoriker Hughes Panassié die Affinität zwischen Jazz und moderner Lyrik und veranlasste 1937 eine Jazz & Lyrik-Session. In den USA war es die Beatnikgeneration die in den 50er Jahren diese Idee aufgriff und ausbaute. Kerouac, Ginsberg und Burroughs bewunderten die Bepob-Musiker und versuchten, Literatur wieder zur ”living vocal social art” zu machen. Teils übernahmen sie die Musik von vorliegenden Aufnahmen, teils spielten sie sie neu ein. In Deutschland bemühte sich J.E. Berendt um die Etablierung dieser Kunstform. Gemeinsam mit modernen Poeten wie Peter Rühmkorf produzierte er ab Ender der 50er Jahre Radio-Sendungen und LPs, wobei auch dort zunächst nur zu schon vorliegenden Aufnahmen gesprochen wurde. Erst später sensibilisierte Berendt Dichter und Musiker füreinander und spielte Jazz und Lyrik live ein. Seitdem ist diese Kunstform auch in Deutschland ein etablierter Bestandteil der Jazz- und Kunstszene.

Torsten Eßer

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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