Jazz & Lyrik


 

Eßer, Dudek, Haurand, Stivin

Schinderkarren mit Buffet, Konnex 2001

(Rezensionen )

 "...gut gesprochen, prima instrumentiert, Texte beeindruckend..." (Peter Rühmkorf) 

Paul Eßers Gedichte mit Musik in einen Zusammenklang zu bringen, ist schwieriger, als es bei den meisten traditionellen Gedichten der Fall ist. Der Autor produziert Gedankenlyrik. Mit Vorliebe notiert er Assoziogramme, die durchsetzt sind mit denkanstößigen Verbalkapriolen, gleichsam ratioaktiv. Sie bündeln und reflektieren, was das Leben an Wunderbarem und Hundsgemeinem so bietet. Eine solche Schreibe kann lustvoll, spannend und unterhaltsam sein, auch wenn sie sich - lyrikunüblich - an den Kopf wendet. Eßer:  "Hauptsache formal klar und hart am Puls der Zeit!". Soviele Instrumente dem zur Verfügung stehen, der seiner Musikalität Ausdruck verleihen will, soviele lyrische Sprechweisen bieten sich dem an, der seinen Stimmungen und Gedanken mit den Mitteln der Sprache aus sich heraus helfen will. Die lassen ihn mal als bildbesoffenen Metaphoriker die Welt illustrieren, mal als intellektuelles Seziermesser ihre Geheimnisse offenlegen.

Dichtersprache zwischen Eruption und Konstruktion - die Spannung, die gute Poesie ausmacht. Diese Spannung ist es, die die Musiker wahrnehmen und in ihren Improvisationen umsetzen. Sensibel treten die Jazzer mit den Texten in einen Dialog, wobei die Musik keineswegs als akustisches Schnörkelwerk um die Gedichte herumgebaut wird, sie fließt vielmehr in sie hinein, trägt das gesprochene Wort oder setzt Kontra-Punkte. Die künstlerische Gesamtkonzeption der CD macht es notwendig, einige Musikstücke ohne Text und einige Texte ohne Musik vorzutragen, sodaß der Hörer zwischen Phasen meditativer Entspannung und hochkonzentrierter Rezeption wechseln kann.

(Booklet-Text )

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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